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Viele Fragen haben uns in den letzten Monaten erreicht was unsere Kochkiste anbetrifft. Daher stellen wir jetzt unsere Kochkiste ausführlich vor.

Damit die Wünsche nach mehr Informationen zur Ausstattung und zum Bau der Kiste nun beantwortet werden, legen wir direkt los.

Beginnen wir mit dem (Um-) Bau unserer Kochkiste. Wie schon in diversen anderen Artikeln angesprochen, ist unsere Kochkiste die älteste Kiste in unserem Bestand. Wir nutzen die Kochkiste, immer mit kleinen Anpassungen, schon gute 10 Jahre. Für uns hat sich die mobile Küche in einer Alukiste als optimale Lösung erwiesen. Offroadtauglich, robust, flexiblel, gut zu reinigen, leicht und auch gut anzupassen / umzubauen.

Als Basis dient bei uns eine 47 Liter Alukiste. Die Kiste haben wir in zwei Ebenen unterteilt. Dazu wurde auf unserer Wunschhöhe von innen ringsum ein Alu L-Profil angebracht (das ist in jedem Baumarkt, genau wie die Kiste, zu bekommen). Die L-Profile haben wir mit Nieten (5mm Bohrer sowie 5mm Nieten mit Nietenzange und Bohrmaschine oder Akkubohrer werden benötigt) fixiert.

Auf den L-Profilen wurden (im ersten Anlauf) zugeschnittene OSB Platten gelegt. Zwei Stück um diese flexibel, getrennt voneinander, entnehmen zu können. Um das Herausnehmen zu vereinfachen wurden kleine „Griffnippel“ angebracht. Die nehmen kaum Platz weg, sind stabil und wiegen auch nicht viel.

In die rechte OSB Platte haben wir 4 Gewindeeinsätze (M4) eingesetzt. Diese sind so platziert, dass wir unseren Gaskocher darauf ideal festschrauben können. Der Primus Gravity III hat in den 4 Füßen schon je ein Loch wo eine M4 Schraube super passt.

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Mit dieser „Grundkonstruktion“ sind wir ca. 9 Jahre sehr gut klargekommen. Natürlich wurden immer mal wieder Teile innerhalb der Kochkiste ausgetauscht, dazu aber später mehr. Dadurch das der Boden etwas tiefer in der Kiste eingesetzt ist, haben wir direkt einen guten Windschutz. Unter de Primus Gravity III Gaskocher haben wir noch eine runde Alufolie (recht dickes Material und war beim Kocher dabei) gesetzt um das Holz darunter etwas von der Hitze abzuschirmen. Wie bereits gesagt hat das gute 9 Jahre super funktioniert.

Wir sind dann dem Wunsch nach Veränderung erlegen und haben zum Komfortgewinn einen Omnia „Backofen“ gekauft. Damit haben wir uns dann etwas Umbauarbeit an der Kochkiste mit eingekauft, was sich aber erst nach und nach herausgestellt hat.

Der Omnia funktioniert richtig gut. Pizza, Nudeln, Aufbackbrötchen alles haben wir unterwegs schon aus dem Kofferraum heraus zubereitet. Die 3000Watt des Gaskochers mussten nie voll ausgeschöpft werden. Wir haben an einigen Stellen schon sehr neidische Blicke geerntet. Nur die Hitze (1/3 bis 1/2 Leistung) vom Primus Kocher wurde die Kiste nicht mehr los (da der Omnia eine recht große Fläche abdeckt) und so hat das Holz (die OSB Platte) etwas „Farbe“ bekommen. Wir haben es rechtzeitig gerochen und so ist nichts weiter passiert. Kann aber natürlich so nicht bleiben. Also wurde umgehend die dicke Alufolie gegen ein 1,5mm Alublech ersetzt. Damit haben wir dann auch einige Koch/Backvorgänge Ruhe gehabt.

Als uns dann bei einem weiteren Omnia-Backvorgang nochmals der Duft von OSB-Platte gemischt mit geschmortem Plastik in die Nase gestiegen ist, haben wir Nägel mit Köpfen gemacht. Wir haben alles was aus Holz und Plastik ist und sich in der Nähe des Kochers befindet, gegen Aluminium getauscht. Das betrifft die Bodenplatten und die Deckelhalterungen. Für den Boden haben wir 5mm Aluplatte genommen (2-3mm hätten aber vollkommen gereicht) und statt der Plastikgurte haben wir Stahlkette genommen. Seit diesem Tag haben wir komplett Ruhe bei der Nutzung des Omnia Backofen in der Kochkiste. In den rechten 5mm Aluboden (die Aluplatte) konnten wir dann direkt vier entsprechende M4 Gewinde schneiden (mit einem 3,5mm Bohrer vorbohren und dann mit einem M4 Gewindeschneider die Gewinde schneiden). Ein weiterer Vorteil ist, dass die Aluplatten nicht so dick sind wie die OSB Platten (erst recht die rechte OSB Platte mit der 1,5mm Aluplatte drauf).

Damit haben wir 5-7mm mehr „Luft“ zum Deckel hin, beim zuklappen und der Kocher ist nochmals 5mm tiefer in der Kiste, was den Windschutz nochmal etwas verbessert. Auch wenn wir mit Wind schon vorher keine Probleme hatten.

Wie auf dem einem oder andern Bild zu sehen, haben wir auf der Deckelinnenseite ein Netz (diese gibt es in allen möglichen Größen zum Beispiel bei Amazon) angebracht. Daran befestigen wir Messer, Gabel, Löffel, Schere, Piezozünder, Zündstein und andere Kleinigkeiten die wir schnell im Zugriff haben wollen. Dahinter ist auch unser MSR Klappbrettchen eingesteckt.

Damit kommen wir zu dem Absatz wo wir näher auf die Ausstattung der Kochkiste eingehen.

Beginnen wir mit den Teilen die wir oft und regelmäßig benutzen. Da ist natürlich unser Gaskocher. Wir nutzen einen Primus Gravity III (3000Watt). Der ganz unbeeindruckt von der Gasqualität, den Witterungsbedingungen und auch dem Einsatzort (wir haben den Kocher schon auf über 2700m ü. M. benutzt) seine Arbeit abliefert. Für Wochenendtrips und Tagesausflüge betreiben wir den Kocher mit Stechkartuschen und einem passenden Adapter. Wir hatten damals das Glück noch zwei Edelrid Stechkartuschenadapter kaufen zu können. Mitlerweile sind nur noch teure Nachbauten zu bekommen. 190g Gas in der Stechkartusche kosten zwischen 0,90 Cent und 1,20€ je nach Bezugsquelle. Sind wir länger unterwegs nehmen wir unsere 1KG Handwerkergasflasche mit, die wir auch selber zu Hause und auch im Bedarfsfall unterwegs befüllen können. Um Wasser aufzukochen nutzen wir einen Aluminiumkessel von Trangia mit 900ml Inhalt. Noch nicht all zu lange, aber mit steigender Begeisterung wird ein Bialetti Espressokocher von uns genutzt. Scharfe Messer nutzen wir, schon immer, von Opinel oder Victorinox. Die teuren Nordisk Titanbecher (war ein Kauf in Geister Umnachtung) haben wir gegen Emsa Thermobecher (nachdem wir einige andere Thermobecher durchgetestet haben) getauscht und sind damit jetzt schon sehr lange glücklich. Die Titanbecher werden sehr schnell sehr heiss von aussen. Man kann diese kaum anfassen. Dafür kühlt der Inhalt sehr schnell aus. Das Geld spart man sich lieber. Ebenso ist das auf manchen Bildern zu sehende Esbit Titan „Klappbesteck“ (Löffel, Gabel und Messer) gegen ganz normale Gabeln, Brotmesser und Löffel aus dem heimischen Haushalt getauscht worden. Wir sind keine Gewichtsminimalisten und wollen den Komfort von anständigem Besteck auch nicht mehr missen. Berghaferl haben wir auch in der Kochkiste. Die sind nützlich für das Morgenmüsli und es gibt auch viele Rezepte die als „Maß“ das Berghaferl nutzen. Outdoor wirklich praktisch und in der Anschaffung günstig. Der Grundgedanke unserer alten Teller (Sea to Summit X-Plate) , die wir einige Monate ohne Probleme genutzt haben ist super. Sobald man aber die Teller im „eingeklappten“ Zustand benutzt und mit einem scharfen Messer unvorsichtig ist, hat sich die Nutzung als „Suppenteller“ leider schnell erledigt. Daher von uns auch keine Kaufempfehlung. Wir haben diese gegen zwei Edelstahlteller von Tatonka getauscht. Die sind leichter und deutlich robuster. In der mittelhohen Version sowohl als normale als auch als Suppenteller nutzbar. Woher wir wissen das diese deutlich robuster sind? Ich bin über die Teller von Tatonka schon mit dem Auto gefahren. Die zwei Beulen die die Reifen hinterlassen haben konnte ich mit dem Handballen und Nachdruck wieder rausdrücken. Sehr oft werden wir nach unseren Gewürzaufbewahrungen gefragt. Es gibt hier zwei gute Lösungen. Hier kommt die Firma Emsa wieder ins Spiel. Die sechsfach Gewürzaufbewahrungen von Emsa sind super, aber leider auch recht teuer. Wir haben diese für ein anderes „Projekt“ aus der Kochkiste entfernt und haben zwei günstigere Aufbewahrungen im 6-er Set von Nuosen gekauft. Wirklich lange haben wir einen Grilliput mit passender Feuerschale in der Kochkiste gehabt. Genutzt haben wir diesen, aufgrund der Aufbauzeit und der Nutzung von Kohle oder Holz, nur sehr selten. Beide Teile (Grilliput und Feuerschale) haben wir gegen einen Skottigrill getauscht der ist zwar schwerer, aber hat eine deutlich größere Grillfläche und kann super gut durch sein kleines (im demontierten Zustand) Packmaß transportiert werden. Wer den Skottigrill noch nicht kennt, sollte sich mal ein paar Videos oder die Herstellerseite ansehen. Der Skottigrill kann mit Schraubkartuschen (oder Stechkartuschen mit Adapter) oder auch mit entsprechenden Handwerkergasflaschen (500-1000g Füllung) betrieben werden. Mit einem passende Adapter gehen auch die handelsüblichen 5-11Kg Gasflaschen. Die für uns aber unterwegs logischerweise zu viel Platz wegnehmen. Auch als Feuerschale ist der Skottigrill nutzbar. Natürlich kann der Skottigrill auch mit Holz, Holzkohle oder Briketts betrieben werden. Neben dem Piezozünder, Feuerstein, Gasfeuerzeug gehört bei unseren Outdooraktivitäten auch ein Zippo Benzinfeuerzeug in die Ausstattungskiste. Wir haben neben dem Zippo noch das Benzin und ein Wartungsset für das Zippo dabei. Das von uns genutzte Topfset ist aus Edelstahl und ebenfalls von Primus (wie unser Gaskocher) und nennt sich Campfire Cookset und hat 3 Liter Volumen. Leider gibt es dieses Set nicht mehr im Handel. Dafür gibt ein Nachfolgeset, zu dem wir aber nichts sagen können. Achtet beim Kauf von Töpfen darauf das diese einen gewölbten Boden haben. Günstige Töpfe verziehen sich bei größerer Hitze gerne mal. Wenn diese dann mit fallenden Temperaturen, aber immer noch sehr heißem Inhalt (bevorzugt irgendwas flüssiges) wieder in die Ursprungsform zurück „ploppen“ kann das wirklich unschön ausgehen. In der 1 Liter Nalgene Weithalsflasche haben wir noch ein paar Kleinigkeiten wie Schwämme, Spülmittel (100% biologisch abbaubar), Müllbeutel, usw drin. Zudem dient die Nalgene Flasche, dank Maßeinheiten, auch als Messbecher. Zur Vervollständigung nutzen wir das MSR Ultralight Küchenset (Pfannenwender, Schöpflöffel, Schneidebrett,…)

Irgendwie müssen wir das Besteck, die Töpfe, Thermobecher und die sonstigen genutzten Sache ja auch wieder sauber bekommen. Dafür haben wir eine Ortlieb Faltschüssel mit 20Litern Inhalt dabei.

Kommen wir zur Ausstattung in der Kochkiste die auch immer dabei ist aber seltener benutzt wird. An erster Stelle ist ein weiterer Kocher zu nennen. Ein MSR Whisperlite International, den es leider auch nicht mehr gibt. Vielleicht habt Ihr Glück und findet einen guten gebrauchten MSR Whisperlite International. Zur Haltbarkeit des Nachfolgers können wir leider auch wieder keine Informationen geben. Der MSR Whisperlite International Kocher ist jedoch der Wahnsinn und verbrennt quasi alles was als Flüssigbrennstoff durchgeht. Von der Handhabung, wegen der manuellen Vorwärmung, nicht für jeden Outdoorenthusiasten geeignet. Ich liebe diesen Kocher aber. Er hat richtig Leistung und funktioniert seit Jahren (er war zuerst unser Hauptkocher) komplett ohne Probleme. Einen ganz kleinen weiteren Gaskocher als Schraubaufsatz für die Gaskartaschen führen wir auch immer mit.

Hier nun einfach noch ein paar Bilder unserer Kochkiste im Einsatz:

Nur zu besonderen Anlässen packen wir noch ein paar weitere Koch/Grill Sachen ein. Da wäre zum Beispiel der Petromax Atago und diverse Dutch Oven, je nach Plan für den Tag oder das Wochenende. Den Omnia habe ich ja schon am Anfang erwähnt.

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